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Rheumatische Beschwerden verstehen: Wege zu mehr Beweglichkeit und Lebensqualität

Umgang mit rheumatischen Erkrankungen: Ein ganzheitlicher Blick auf Therapie und Lebensqualität

Eine rheumatische Erkrankung betrifft weit mehr als nur die Gelenke; sie beeinflusst oft den gesamten Lebensalltag. Wir wissen, dass die Suche nach der richtigen Unterstützung für sich und die Angehörigen oft mit vielen Fragen verbunden ist. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einen Überblick über aktuelle medizinische Möglichkeiten sowie ergänzende Ansätze geben, die Ihnen helfen können, Ihren Alltag bewusster und schmerzärmer zu gestalten.

Medizinische Verfahren: Von der Immunadsorption bis zur Lokaltherapie

In der modernen Rheumatologie gibt es spezialisierte Verfahren, die dort ansetzen, wo die klassische Medikation vielleicht an ihre Grenzen stößt. Ein solches Verfahren ist die sogenannte Immunadsorption (IMAD). Man kann sie sich vereinfacht wie eine Art Dialyse vorstellen: Das Blut wird außerhalb des Körpers in seine Bestandteile zerlegt, um gezielt Autoantikörper aus dem Plasma zu filtern. Das gereinigte Blut wird anschließend wieder dem Patienten zugeführt. In Deutschland werden die Kosten für dieses Verfahren bei der Rheumatoiden Arthritis unter bestimmten Voraussetzungen durch die Krankenkassen übernommen, wenn andere Basistherapien nicht mehr den gewünschten Erfolg zeigen.

Neben diesen spezialisierten Verfahren spielt die Lokaltherapie eine wichtige Rolle in der täglichen Pflege. Anstatt den gesamten Körper mit Medikamenten zu belasten, können Salben oder Gele direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Viele Patienten empfinden das Einreiben mit kühlenden oder durchblutungsfördernden Substanzen als sehr wohltuend. Ob ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) in Gelform oder eine pflanzliche Alternative – es empfiehlt sich, die Wirksamkeit im Einzelfall mit Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke zu besprechen.

Ganzheitliche Ansätze: Körper und Geist im Einklang

Viele Betroffene suchen ergänzend zur Schulmedizin nach Wegen, ihre Beschwerden zu lindern. Dabei ist es wichtig, zwischen verschiedenen Ansätzen zu unterscheiden. Während Methoden wie Magnettherapien oder hochdosierte Spurenelemente oft ohne wissenschaftlichen Beleg für eine direkte Wirksamkeit beworben werden, zeigen viele andere Verfahren eine unterstützende Wirkung auf das Wohlbefinden:

  • Mind-Body-Therapien: Yoga und Achtsamkeitstraining können helfen, den Umgang mit chronischen Schmerzen zu verbessern.
  • Ernährung: Eine bewusste, entzündungshemmende Ernährung kann langfristig einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten.
  • Biofeedback: Diese Methode hilft dabei, körperliche Prozesse wie die Muskelspannung bewusster zu steuern.

Diese Ansätze können die medizinische Therapie wunderbar ergänzen, da sie in der Regel nicht mit herkömmlichen Medikamenten in Wechselwirkung stehen.

Die Bedeutung von Bewegung und Ergotherapie

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass man sich bei rheumatischen Schmerzen schonen müsse. Aktuelle Erkenntnisse der Sportwissenschaft zeigen jedoch, dass gezielte Bewegung essenziell ist, um die Gelenke geschmeidig zu halten. Eine Kombination aus moderatem Kraft- und Ausdauertraining (beispielsweise dreimal wöchentlich) gilt als besonders effektiv, um die Muskulatur zur Stabilisierung der Gelenke zu stärken.

Hierbei spielt die gezielte Krankengymnastik eine Schlüsselrolle. Sie hilft dabei:

  • Versteifungen und Fehlstellungen vorzubeugen.
  • Ungünstige Schonhaltungen zu vermeiden.
  • Kompensationsbewegungen sicher zu trainieren.

Ergotherapie bietet zudem wertvolle Unterstützung im Alltag. Von der Beratung zum Gelenkschutz über das Training mit Hilfsmitteln für den Haushalt bis hin zu speziellen Übungen bei Bewegungseinschränkungen – Ergotherapie zielt darauf ab, Ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Ein wichtiger Hinweis zur Sicherheit

Wir verstehen, dass Nebenwirkungen von Medikamenten eine große Belastung darstellen können. Dennoch ist ein eigenmächtiges Absetzen von verschriebenen Medikamenten – insbesondere bei Kortison – mit Risiken verbunden. Es kann zu plötzlichen Krankheitsschüben oder dauerhaften Gelenkschäden führen. Bitte besprechen Sie jede Änderung Ihrer Medikation immer schrittweise und in enger Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Apotheke. Ihre Sicherheit und Ihre langfristige Gesundheit stehen an erster Stelle.

Dr. Anna Schneider
Medizinisch geprüft von Dr. Anna Schneider Approbierter Apotheker

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